Carol Guy-James Barratt berichtete aus dem CENTRE MONTESSORI D'HAITI :

Hurricane Matthew hat - wie schon bekannt - Haiti und deren Menschen schwer getroffen. Im Montessori Lehererinnen-Ausbildungszentrum gab es zwar "nur" Schlamm und Wasserschäden aber es sind auch Montessori-Projektschulen in Les Cayes und Jérémie betroffen. Carols ausführlicher Bericht in Englisch steht unter "News". Hier vorab 6 Fotos. Sobald wie möglich folgen detailliertere Schadensberichte von Carol. In jedem Fall bitten wir unsere Freunde und Förderer nun um Hilfe. Ich werde natürlich auch zusätzlich spenden. Wir dürfen nicht verzweifeln. Haiti ist tragisch - aber vielen Kindern geben unsere Montessori-Lehrerinnen eine Chance für ihr Leben.


Haiti Jeremie

Haiti Jeremie


Haiti bridge down

Haiti Cayes


Haiti Port Salud

Haiti Cayes

NASA-Astronaut besucht das CENTRE MONTESSORI D'HAITI.

Dr. Michael Barratt, Schwager meiner Montessori-Projekt-Partnerin, der Leiterin der haitianischen Fondation-Peter-Hesse und Mitbegründerin unseres Montessori Lehrerinnen-Ausbildungszentrums in Haiti, Carol Guy-James Barratt, beehrte unsere Studentinnen und Lehrkräfte mit seinem Besuch.
Dr Michael Barratt teilte mit ihnen seine Erfahrungen als Astronaut.
In 2009 hatte Dr. Barratt sieben Monate lang im Orbit in der Internationalen Space Station gelebt. Dr. Barratt war danach als "Mission Specialist" auch Teilnehmer am letzten Flug des Discovery Space Shuttles.
Eine seiner bleibenden Erinnerungen war dabei, unsere Erde erstmalig aus dem Orbit zu sehen. Er beschreibt unseren Planeten als sowohl "wunderschön und gleichzeitig zerbrechlich".



Vorstands-Mitglied der Association Montessori Internationale (AMI), Guadalupe Borbolla, besuchte Haiti.

Vom 19. bis 23. Januar 2016 besuchte Frau Borbolla das AMI-Projekt der "Educateurs sans Frontières (EsF)" der haitianischen Fondation-Peter-Hesse um sich einen unmittelbaren Eindruck von der Qualität der Montessori-Arbeit in der Lehrerinnen-Ausbildung und in Montessori Vorschulen in Haiti zu machen.
Sie besuchte drei unserer Montessori Partner-Vorschulen und wohnte zwei Ausbildungs-Zyklen des CENTRE MONTESSORI D'HAITI in Liancourt bei.
Als Bestandteil der EsF-AMI-Projekte bemühen wir uns weiterhin, Kindern Haitis Lebens-Starchancen durch frühkindliche Montessori-Didaktik zu vermitteln.

Carol Guy-James Barratt, Leiterin und Montessori-Partnerin der Fondation-Peter-Hesse in Haiti.


Eindrücke aus Paris:

Einige Intellektuelle entdecken Spiritualität.
In der Aufklärung hatten sie den Geist vergessen.
Einzelne reden von Liebe. Der Staat macht Krieg gegen den Terror.
Paris lebt weiter mit Lebensfreude und gedämpfter Angst.
Weiterhin wird viel diskutiert und wenig konkret agiert.
Peter Hesse - Januar 2016


Jahres-Projekt-Kurzbericht aus HAITI – Ende November 2015.

Dank der Hilfe von 61 Spenderinnen und Spendern konnte die Lehrerinnen-Ausbildung wieder – trotz der weiterhin äußerst problematischen politischen und wirtschaftlichen Situation in Haiti – im neuerbauten CENTRE MONTESSORI D'HAITI fortgesetzt werden. Damit erhalten jährlich über 4.000 Kinder im Alter von 2 ½ bis 6 Jahren gute Lebens-Startchancen und viele junge Frauen die Möglichkeit, ein erfolgreiches Mini-Sozialunternehmen zu führen. Im Oktober 2015 haben wir erneut mit der Jahresausbildung begonnen. Unter den 20 neuen Studentinnen des neuen Jahrgangs 2015/16 sind auch Lehrerinnen, die in den beiden schon 2014 neu eröffneten Montessori-Vorschulen in Gonaives arbeiten werden.
Kürzlich besuchte Carol, meine seit über 30 Jahren treue Projekt-Partnerin, eine ganz neue Vorschule von Edwige, einer Absolventin dieses Sommers, für zunächst 35 Kinder in Croix de Bouquets. Für mehr Kinder reichte der Platz nicht aus. Edwige baut schon für die Erweiterung ihrer Schule in 2016 zwei neue Räume.


Student teachers practise to work with didactical materials

Teachers graduate



Children in open air cafeteria on world environment day

In-service training

Im Sommer diesen Jahres erhielten 38 Lehrerinnen Montessori-Vertiefungskurse im neuen Zentrum. Auch als "grünes Musterprojekt" wächst das Zentrum weiter, so z.B. durch Solarkocher und durch die Aufzucht von Obstbäumen und von Gemüse für zukünftig nachhaltige Selbstversorgung – denn letztlich ist dies DENNOCH möglich. Noch brauchen wir Spenden, um unsere Studentinnen zu ernähren.

Das grünende CENTRE MONTESSORI D’HAITI


Zu meinem neuen Buch, einer "Streitschrift" für erweitertes, ganzheitliches politisches Bewusstsein:
"Wir haben die Wahl: EINE Welt in Vielfalt – oder keine!"

Es erscheint im Droste-Verlag. Sein Preis in Deutschland: € 9,90, in Österreich: € 10,20. - Ab dem 14. Dezember 2015 ist das Buch über den Droste-Verlag erhältlich:
http://www.droste-buchverlag.de/Peter-Hesse-Wir-haben-die-Wahl
Das Buch wendet sich insbesondere an politisch interessierte Menschen Es beruht auf der Grundlage (m)einer ganzheitlichen Vision von EINEr Welt in Vielfalt. Um in unserer EINEn Welt "etwas" zu verändern, ist ein weites Bewusstsein zwar eine Voraussetzung – aber noch nicht genug für konkreten Wandel zu einer Welt in Balance. Meine Streitschrift empfiehlt dafür die politische Orientierung an sinnvollen Prinzipien und Strategien, wie Subsidiarität, Nachhaltigkeit, Transparenz, Teilnahme und Solidarität als Ergänzung auch notwendiger Problemlösungen aktueller Notlagen. Der Buch-Appell der Streitschrift:
Dieses Buch möchte die Aufmerksamkeit seiner Leser durch die Betonung der Prinzipien und Verfahrens-Strategien auf das große Ganze, auf unsere Welt als Teil des als immer umfassender erkannten Kosmos richten. Dies auch als Leitlinie für unsere aktuellen Weltprobleme – zur Schärfung unseres globalen oder kosmischen Bewusstseins sowie zur Ermunterung zu politischer Einmischung, Mahnung und Mitgestaltung, wo sich hierzu eine Möglichkeit bietet – denn: "Es ist DENNOCH möglich!"

Den Leserinnen und Lesern unserer Informationen wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches, friedliches Neues Jahr. – Peter Hesse


Haiti aktuell

In Haiti geht die Stiftungsarbeit unter der Gesamtleitung von Carol Guy-James Barratt gut weiter. Finanziell müssen wir versuchen, mehr Spenden zu erhalten, denn die Lehrerinnen-Vollzeit-Jahresausbildung in Liancourt ist zwar noch effizienter aber deutlich teurer als die frühere zweijährige Halbtagsausbildung im zerstörten Zentrum in Port au Prince. – Hier finden Sie den vollständigen Jahresbericht 2014.


Zum Engagement und Kern-Zweck der Peter-Hesse-Stiftung:

Regional und global sind die Prozesse des Lernens und Lehrens radikal zu erneuern. Bildung für Alle (Education for All) ist ein universelles Menschenrecht.

Der menschliche Lernprozess beginnt früh im Kindesalter und muss Kind-zentriert gestaltet werden. Die Individualität und Kreativität von Kindern ist zu respektieren. Dies ist teuer - und ist daher (noch) ein Traum - aber DENNOCH eine realisierbare Vision. Solch neues Lernen und Lehren muss und kann Toleranz, Solidarität und Compassion ("Liebe in Aktion") in unserer "EINEn Welt in Vielfalt" ermöglichen.
Dies fördert auch die Entwicklung/Reifung eines kollektiven Bewusstseins.

Eine solche Erneuerung des Lernens und Lehrens entspricht auch der Antwort auf meine Frage nach dem Sinn des Lebens: "Das Ganze muss durch Lernen wachsen".
Peter Hesse - 19. Januar 2015.



Im Rahmen meines gesellschaftspolitischen Engagements und wie im Satzungs-Zweck der Peter-Hesse-Stiftung enthalten, biete ich engagierten Gruppen, insbesondere Schülern und NROs, nach individueller Absprache ein situativ angepasstes Kurz-Seminar zum Thema „Management im Wandel“ – s. hier.

Dies ist gratis ausschließlich für ernsthaft an gesellschaftliche Problemlösungen arbeitende Menschen angeboten. Es müssen nur meine Reise- Verzehrs- und Unterbringungs-Kosten bezahlt werden. Es ist heute kein kommerzielles Angebot mehr wie in meinen früheren Jahren als Management-, Marketing- und Kreativitäts-Trainer. Es ist ein DANK an die Gesellschaft für lebenslang ermöglichtes Lernen in der Lösung von Problemen und in der Realisierung von Visionen.
Peter Hesse – Privatbüro: Blücherstr.19, D-40477 Düsseldorf – p.hesse@solidarity.org

Das Ablaufkonzept von „Management im Wandel“


Foto-Dokumentation der Fortschritte im CENTRE MONTESSORI D'HAITI in Lincourt

- jeweils links: Eröffnung am 7 Dezember 2012 / rechts: Anfang 2015.


Water tower 2012

Water tower 2015


Teacher's house 2012

Teacher's house 2015


classrooms, Dorms and back gate 2012

classrooms, Dorms and back gate 2015


Dorms 2012

Dorms 2015


In front of 1st classroom 2012

In front of 1st classroom 2015


Cafeteria 2012

Cafeteria 2015


Inside dorm 2012

Inside dorm 2015


Der Wiederaufbau des vom Januar-Erdbeben 2010 zerstörten Ausbildungszentrums für Montessori-Lehrerinnen ist ist unter „Aufbau nach dem Erdbeben“ vollständig dokumeniert“.


Montessori Absolventinnen des Ausbildungsjahrgangs 2014/2015 in Haiti

Im neuen Montssori-Lehrerinnen-Ausbildungszentrum in Liancourt, Haiti erhielten 27 neue Vorschul-LehreInnen des letzten Ausbildungsjahres am 11. Juli 2015 ihre Diplome. Über 500 weiteren Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren in benachteiligten Regionen Haitis werden nun im beginnenden neuen Schuljahr verbesserte Lebenschancen durch qualifizierte kindzentrierte Grundbildung geboten.


Jährliche Fortbildung früher ausgebildeter LehrerInnen

Am 20. Juli begann unsere Projektpartnerin Carol Guy-James Barratt erneut mit der in der Fondation-Peter-Hesse in Haiti schon traditionellen zweiwöchigen Fortbildung in den Sommerferien von früher von uns ausgebildeten Montessori LehrerInnen.

38 Lehrkräfte aus 12 haitianischen Projekt-Vorschulen nahmen in Liancourt an den zwei Sommerwochen teil. Sie kamen aus Jérémie, Carrefour Feuilles, Tabarre, Gonaives, Léogane, Kenskoff, Santo, Mais Gaté, Boisd'Avril und aus Liancourt selbst.

In diesem Jahr war Sprachunterricht das zentrale Thema. Die Lehrkräfte verbesserten ihre Fähigkeiten zur Herstellung von Text-Lehrmaterial, das sie in ihren Klassen nun einsetzten können. 1217 Montessori-Kinder werden direkt davon profitiieren.

Ein Seminar in Mathematik für Montessori Primarschule war auch Teil des zweiwöchigen Programms - als Vorgriff auf die von uns für die Zukunft erhoffte Erweiterung der Montessori-Ausbildung auf den Primarschulbereich. Dies wurde durch das Engagement von Patricia Gwin aus den USA möglich. Die von der Association Montessori Internationale (AMI) ausgebildete Freiwillige kam nun erneut zu uns in das Ausbildungszentrum um während der Sommerferien Aufbauseminare für die früheren Absolventinnen anzubieten.



Welt- Umwelt-Tag 2015

Das CENTRE MONTESSORI D'HAITI nutzte den Welt-Umwelt-Tag um Kindern Kleingarten-Möglichkeiten zu zeigen. Angehende Montessori-Vorschullehrerinnen im Zentrum, die selbst die Nutzung von Kleingärten als Teil ihrer Ausbildung erlernt hatten, vermittelten dies nun übend weiter an die Kinder. In ihren zukünftigen Montessori Vorschulen in Haiti werden die Lehrerinnen dies dann auch an ihre Vorschulkinder weitergebem können.


Bilddokumentation des Resultats der fünften Haiti-Reise der Freiwilligen-Gruppe des Berufskollegs Kempen in den Osterferien 2015:

Kurz-Video der Freiwilligen-Gruppe aus Kempen bei ihrem 5. Einsatz im CENTRE MONTESSORI D’HAITI in den Osterferien 2015

Mit Hilfe der Kempener Freiwilligen wurden nun in ihrem fünften - und letzten - Ferieneinsatz Anfang April 2015 die bislang nicht ausgebauten zwei Schlafhäuser fertiggestellt und alle Schlafhausdächer sowie die Anschlüsse der Solarstromanlage verbessert. Nun ist der Ausbau des Zentrums (fast vollständig) vollendet. Den verbleibenden Rest können wir mit einheimischen Kräften - und hoffentlich mit Hilfe von Spenden unserer deutschen Unterstützer - unter Carols Leitung selbst bewältigen.

Das CENTRE MONTESSORI D'HAITI ist nun ein konkreter Beweis dafür, dass Fortschritte in Haiti trotz weiterhin schwieriger politischer und ökonomischer Rahmenbedingungen DENNOCH möglich sind. Das Lehrerinnen-Ausbildungszentrum funktioniert seit Ende 2013 erneut zum Wohle vieler Kinder Haitis.
Ein Projektbericht aus dem Montessori-Zentrum in Liancourt vom April 2015 auf einer PDF-Seite.


Projektbericht aus Liancourt, Haiti - April 2015

Die Peter-Hesse-Stiftung setzt ihr Montessori-Lehrinnen-Ausbildungsprogramm in Haiti weiterhin fort, um benachteiligten Kindern durch frühkindliche Bildung in guten Vorschulen eine Startchance für ihr Leben zu geben. Sie ermöglicht ihren erfolgreich ausgebildeten Lehrerinnen die Eröffnung solcher Vorschulen; sie gewährt ihnen methodische Hilfe jeweils in deren Vorschulen wie im neu erbauten CENTRE MONTESSORI D'HAITI in Liancourt in der von Erdbeben weniger gefährdeten Artibonite-Region.

Im als Internat betriebenen Zentrum werden derzeit 27 Montessori-Studentinnen auf ihre Prüfungen im Juli 2015 vorbereitet. Über 500 weitere Kinder werden im kommenden Schuljahr von guter früher Grundbildung profitieren.

Im noch laufenden Schuljahr hat die Stiftung zwei neuen Vorschulen in Gonaives den Start ermöglicht - für über 110 Kinder in beiden neuen Schulen. Mit dieser Ergänzung kommen im Schnitt über 3.845 Kinder jährlich in den Genuss dieser Lebens-Starthilfe.
Die Stiftung veranstaltete ergänzende Sonder-Seminare für kulturelle Zwecke, für Primarschul-Mathematik wie auch zur eigenen Herstellung von Montessori-Lehrmaterial. Dank der bereits fertiggestellten zwei Schlafhäuser konnten dafür früher ausgebildete Lehrerinnen von 12 bestehenden Montessori-Vorschulen im Zentrum untergebracht werden.

Fünf bestehende Projekt-Vorschulen mit insgesamt 249 Kindern wurden besucht, um ihnen methodische Hilfe zu gewähren und um die Qualität der Montessori-Ausbildung zu sichern.

Um unsere selbstgewählte Verpflichtung zu erfüllen, ein umweltfreundliches Zentrum zu sein, hat die Stiftung das Zentrum "begrünt" und bemüht sich bei ihren Studentinnen darum, Umweltbewusstsein zu fördern. Studentinnen lernen, dass sie soziale und Umwelt-Verantwortung für ihre Umwelt wie für Gesundheit, Lebensqualität und Überlebenssicherung tragen. Dazu wird von allen Studentinnen gefordert, jeweils ein Umweltalbum mit Aktivitäten zu gestalten, die sie in den Schulen mit Kindern umsetzen können, wenn sie deren Lehrerinnen sein werden.

In diesem Schuljahr konnte die Stiftung die laufenden Kosten für einen Monat erwirtschaften. Sie vermietete den überdachten Speise- und Versammlungs-Pavillon wie auch andere Teile des Zentrums an kleine Organisationen aus der Umgebung für deren eigene Veranstaltungen. Wir hoffen, im nächsten Schuljahr weitere Kunden hierfür zu gewinnen. Dies ist der Mini-Beginn einer finanziellen Eigenständigkeits-Vision, um zumindest anteilige Kosten zukünftig selbst zu erwirtschaften. Diese Vision zu realisieren ist eine ergänzende selbst-gestellte Zukunftsaufgabe. - Alles im Sinne unseres Stiftungsmottos: Es ist DENNOCH möglich !

Download als pdf


30 Jahre Engagement für die Kinder in Haiti

von laura ihme

Hilfe und Bildung für benachteiligte Kinder in Haiti – das ist das Ziel der Peter-Hesse-Stiftung. Vor genau 30 Jahren wurde die Initiative von dem Düsseldorfer Unternehmer gegründet. Und das war eigentlich purer Zufall.

„Ich habe meinen Urlaub in der Karibik verbracht – und mich in die Musik dort verliebt. Mit Bekannten habe ich deshalb einen Ausflug nach Haiti gemacht. Denn da sollte die Musik noch mitreißender sein“, erzählt Hesse. Doch was er dort sah, war nicht nur Musik und Kultur zum Verlieben, sondern vor allem die bittere Armut vieler Menschen. Das war im Januar 1981. „Ich überlegte anschließend, wie ich den Menschen helfen könnte. Das war ein richtiger Lernprozess. Ich musste erst herausfinden, was sie brauchen“, sagt Peter Hesse. Schließlich entschied sich der Unternehmer dafür, die Montessori-Pädagogik nach Haiti zu bringen. Lehrer sollten dazu ausgebildet werden, die Kinder nach diesem Prinzip zu unterrichten, sollten ihnen beibringen können, selbstständig zu lernen. Schließlich wurde 1983 die Stiftung gegründet und gemeinsam mit Lehrerin Carol Guy-James Barratt etablierte Hesse ein Montessori-Zentrum zur Ausbildung von Lehrern. „Im Laufe der Jahre waren es bis zu 1000 Lehrer, die wir betreut haben“, erzählt Peter Hesse stolz.

Doch dann kam das große Erdbeben im Januar 2010 – und damit ein herber Rückschlag für die Stiftung: Ihr Ausbildungszentrum wurde zerstört. Für Peter Hesse war das jedoch kein Grund, aufzugeben. „Wir haben damals sehr viel mehr Spenden bekommen und einige Berufsschüler aus Kempen sind sogar nach Haiti geflogen und haben das Zentrum neu gebaut“, erzählt er.

Sein Leben lang wolle er sich weiter für die Kinder in Haiti engagieren, sagt der 76-Jährige. „Irgendwann musste ich mich sogar entscheiden, ob ich meine Firma weiter führen möchte oder die Stiftung – beides ging nicht“, sagt er. Die Entscheidung sei ihm allerdings nicht sonderlich schwer gefallen: „Ich bin ein Mensch, dem es immer gut ergangen ist. Deshalb wollte ich mich nur noch um meine Stiftung kümmern. Das ist Leidenschaft.“

Quelle: Rheinische Post, 12.12.2013 - Laura Ihme


Einunddreißig Studentinnen lernen derzeit im CENTRE MONTESSORI D'HAITI in Liancourt, um Montessori Lehrerinnen zu werden. Wir sind stolz auf jede neue Lehrerin, denn immer mehr Kindern wird dadurch in Haiti die Chance einer besseren Bildung und damit eine bessere Startchance für ihr Leben geboten werden können.


Weitere 103 Kinder Haitis werden nun durch MONTESSORI Vorschulen eine Startchance für ihr Leben erhalten.

Carol Guy-James Barratt berichtet aus Haiti:
Am Freitag, dem 19. September 2014 war ich glücklich, zwei neuen Vorschulen in Gonaives bei den Vorbereitungen ihres Montessori Schuljahres helfen zu können. Dort werden nun 103 neue Kinder und zukünftig noch weitere durch Montessori eine Startchance für Ihr Leben erhalten - ein erneuter Sieg zur Erfüllung unseres Stiftungszwecks. Lehrerinnen beider Vorschulen haben nun sinnvolle Arbeit gefunden. Sie wurden von uns in Liancourt ausgebildet.


August 2014 – Lehrerinnen-Sommer-Training im CENTRE MONTESSORI D'HAITI: Projekt-Lehrerinnen erarbeiten Lehrmaterial und planen September-Aktivitäten für ihre Schulen.

15 Haitianische Lehrerinnen aus 9 Montessori-Projekt-Vorschulen trafen sich zum (vor dem Erdbeben) traditionellen Sommer-Training mit Carol Guy-James Barratt – in diesem Jahr auch von einer US-Volontärin assistiert. Wir freuen uns besonders über zwei Lehrerinnen aus Leogane. Deren Vorschulen waren im Januar 2010 vollständig zerstört worden. Sie sind nun fast wieder zur Normalität ihrer Vorschularbeit für bedürftige Kinder Haitis zurückgekehrt. Auch waren Lehrerinnen aus ihren jeweiligen Schulen in Mais Gaté, Croix de Bouquets und Jacmel wie aus den Schulen der Gegend von Liancourt anwesend. Im September 2014 beginnen in Gonaives zwei neue Projekt-Vorschulen. Deren Lehrerinnen waren auch mit dabei. Die Lehrerinnen stellten Unterrichtsmaterialien für den Sprachunterricht her und planten September-Aktivitäten für ihre Schulen.


Absolvent(inn)en des Jahrgangs 2013-2014 im CENTRE MONTESSORI D'HAITI.

Erfolgreiche Absolvent(inn)en unseres in Dezember 2012 wieder eröffneten Montessori Lehrerinnen Ausbildungszentrums feierten am 2. August 2014 ihren erfolgreichen Abschluss des Ausbildungsjahres mit ihren Freunden und Familien.
Wir erwarten, dass diese neuen Lehrkräfte rund 400 weiteren Kindern Haitis im kommenden Schuljahr einen guten Bildungsbeginn ermöglichen werden. Es waren emotionelle Momente. als diese Absolvent(inn)en sich voneinander verabschiedeten. Sie kehren nun zurück in ihre Städte und Dörfer; einige in schon bestehende Montessori Vorschulen, andere beginnen dort mit neuen Montessori Kindergruppen.

Peter-Hesse-Stiftung, Haiti


Carol berichtet aus Haiti – 13. April 2014

Patricia Gwin, eine US-amerikanische Montessori-Lehrerin ist derzeit im CENTRE MONTESSORI D’HAITI drei Wochen lang als Volontärin tätig. Mrs. Gwin unterrichtet dort unsere Montessori Studentinnen in der Vermittlung von Mathematik-Kenntnissen der Primarschule, die auf den Mathematik-Unterricht für den Vorschulbereich folgen. Leider haben wir zwar noch keine finanziellen Möglichkeiten, Montessori Primarschul-Lehrerinnen auszubilden. Das dafür notwendige Land wäre in Liancourt in den Mauern des CENTRE MONTESSOR D’HAITI vorhanden – aber nicht das Geld, um damit regulär zu beginnen. DENNOCH ist eine Einführung in den von Eltern in Haiti dringend gewünschten Montessori Primarschulbereich wertvoll. Das Angebot von Mrs Gwin hierfür hat Carol darum gerne angenommen.
Patricia Gwin ist nun im Ruhestand. Bisher arbeitete sie in der „Pacific Rim International School“ in Kalifornien. Deren Direktorin, Mrs. Christinia Cheung, schenkte Patricia bereitwillig Montessori Material für deren Volontär-Einsatz in Haiti. Das dafür noch ergänzend notwendige Material konnten wir von Nienhuis-Montessori wieder güntig zukaufen und in den USA an Carol ausliefern lassen. Es füllte nun Carols nach Haiti mitgebrachte 5 Reisekoffer.

Wir hoffen und wünschen, dass Particia Gwin’s Beispiel nun auch weitere Montessori Freiwillige anregen wird. Auch hoffen wir auf weitere Materialhilfe und natürlich Spenden jeder Größe um die nun endlich wieder vorhandenen Lehrerinnen-Ausbildungskapazitäten zum Wohle der Kinder Haitis weiter mit Leben füllen zu können. Noch trägt sich das Zentrum nicht ausreichend selbst. Noch nutzen in Haiti tätige Hilfsorganisationen die von uns mit Hilfe deutscher freiwilliger Bauschüler geschaffenen kulturell angepassten räumlichen Kapazitäten noch nicht für ihren Trainingsbedarf in den Ferienzeiten. Es wäre viel sinnvoller als deutsche Spendengelder auch für teure Hotels auszugeben.


7. April 2014 – Carol ist erneut zurück in Haiti – mit 5 Koffern voller Montessori Material.

Die Einfuhr von Projektmaterial nach Haiti ist weiterhin problematisch, teuer und langwierig. Darum brachte Carol nun am 7. April 2014 notwendiges Montessori-Material für das CENTRE MONTESSORI D’HAITI in 5 Koffern aus den USA mit. Sie verwendete hierfür ihre angesammelten AAdvantage Meilen. So kostete dieser Flug mit dem Manuellen Materialtransport die Fondation-Peter-Hesse nur US $ 110,-.
Diese neuen Montessori Materialien von Nienhuis-Montessori wurden von der Peter-Hesse-Stiftung in Deutschland erworben und in USA an Carol ausgeliefert. Sie werden für die Einführung in die Montessori-Mathematik gebraucht, ein weiterer Schritt im Rahmen der Ausbildung von Montessori Lehrerinnen in Haiti.


Hier ein Begleitschreiben – Seiten 1 und 2 auf jeweils einer PDF-Seite, s.u. – an insgesamt 53 Spenderinnen und Spender des Jahres 2013.
Die Spendenbescheinigungen werden erstmalig nicht von uns selbst erstellt, sondern vom „Stiftungszentrum.de“ in München. Ich werde sie Mitte Februar erhalten, unterschreiben und unseren Spendern mit dem Begleitschreiben per Post zusenden. Der Finanzbericht des Jahres 2013 wird nach Fertigstellung durch das Stiftungszentrum in der Website www.solidarity.org veröffentlicht. Dies nur vorab:
Ca. € 44.000,- wurden in 2013 von unseren Freunden gespendet. Außerdem von mir privat € 50.800,-. Dies war notwendig, denn die Bankerträge für unser Stiftungskapital von einer Million Euro sind zu mager, um den fertigen Ausbau des Montessori Lehrerinnen Ausbildungszentrums in 2014 möglich zu machen. In jedem Fall geht der Endausbau in Liancourt, Haiti, aber langsam und stetig voran. Carol Guy-James Barratt wird dies ab April 2014 in Haiti wieder selbst koordinieren.

Seite 1 ist ein Kurzbericht der Peter-Hesse-Stiftung des Jahres 2013 in Haiti und der Elfenbeinküste sowie zur Organisation der Stiftung in Deutschland.

Seite 2 „Politisches + Gesamtgesellschaftliches“ behandelt zwei besonders relevante politische Grundsatzfragen. Außerdem steht dort auch der hier direkt folgender Veranstaltungshinweis für den 12 März 2014.

Veranstaltungshinweis:
Am 12. März 2014, 18 Uhr, laden die Stiftung "Stifter für Stifter" und die Schmitz-Stiftungen zu einem Diskussionsabend "Stiftergenerationen im Gespräch", ein. Moderation: Oliver Stock, Chefredakteur von "Handelsblatt Online". Es diskutieren "jung": Dr. Carsten Rübsaamen www.bookbridge.org - und
"alt": Peter Hesse www.solidarity.org .
Ort: Hetjens-Museum /Deutsches Keramik-Museum, Schulstr.4, 20213 Düsseldorf.
Wegen begrenzter Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung bis 1. März 2014 erforderlich:
Stiftung "Stifter für Stifter", c/o Stifterbüro Frankfurt, T. 069-42693377-210 (Fax: -300)


Die Entwicklung des Montessori-Projektes begann mit didaktischen Vorversuchen in der Vorschule in Ste. Suzanne im Jahre 1984 sowie mit einem zweiwöchigen Testseminar mit 40 haitianischen Pädagog(inne)n im Sommer 1985. Dabei wurde deutlich, dass Kurzlehrgänge nicht genügten, um in Haiti eine neue - kind-zentrierte - Didaktik einzuführen. Im Oktober 1986 begann daher das erste volle Ausbildungsjahr des dafür gegründeten CENTRE MONTESSORI D'HAITI in einem Raum in der "École du St. Esprit" in Cap Haitien. Im Oktober 1987 wurde das Vorschullehrer-Ausbildungszentrum in die Hauptstadt Port-au-Prince verlegt, wo es bis 9 Januar 2010 bestand. Das große Erdbeben am 10. Januar 2010 zerstörte das gemietet Haus in dem die Ausbildung in den letzten Jahren stattfand.

Carol Guy-James Barratt (Advanced Montessori Diploma, London) leitet von Anfang an das Montessori-Programm. Die in London ausgebildete Montessori-Vorschul- und Primarschul-Directrice opferte dem Haiti-Projekt bisher ihr ganzes Berufsleben und führte es zum Erfolg. Sie ist noch heute jeweils einige Monate jährlich in Haiti engagiert um die Examen zu begleiten und zur Auswahl neuer Kandidaten und Kandidatinnen für die Lehrer(innen)-Ausbildung. Carol zur Seite steht ein Team von teil-ehrenamtlichen haitianischen Mitarbeiterinnen, den von ihr ausgebildeten Montessori-Vorschullehrer-Trainerinnen.

Die Situation - im Rückblick zum 18. Gründungstag (7.12.2001) der Stiftung - ist in der pdf-Datei "Die Situation Ende 2001" festgehalten. Eine neue, vollständige Erfassung der Entwicklung der Montessori-Projektvorschulen ist seit 2002 wegen der personell und sicherheitsbedingt begrenzten Reisemöglichkeiten in Haiti immer schwieriger geworden, wurde jedoch bis zum 25. Gründungstag der Stiftung am 7.12.2008 erneut versucht. Umfassende Berichte aus 2002 und 2003 enthält der 16-seitige Prospekt zum 20. Geburtstag der Stiftung am 7. Dezember 2003: "20 Jahre". Darauf folgen ein Sommerbericht 2004 und (als Beispiel für eine Projekt-Betreuungsreise) ein detaillierter Reisebericht 2005.

Die Gesamtentwicklung des Haiti-Projektes ist in dem Buch von Peter Hesse "Von der Vision zur Wirklichkeit" 1999, Cogito Verlag, Kaarst-Büttgen, ISBN 3-00-004473-6 geschildert. Zum 25. Gründungstag der Stiftung am 7. Dezember 2008 ist außerdem ein Buch von Peter Hesse (VISION WORKS...) in Englisch erschienen – s. Publications


Die realisierte Montessori-Vision auf 5 pdf-Seiten


Über 50 Haiti Montessori-Projekt-Vorschulen.
In den Jahren 2000 und 2001 wurden alle damaligen Projektvorschulen seit Gründung des CENTRE MONTESSORI D'HAITI in Cap Haitien in 1986 erfasst.
Eine erneute systematische Erfassung aller Projekt-Vorschulen war in den letzten Jahren durch wachsende Unsicherheit in Haiti immer wieder verzögert worden. Sicher ist, dass nicht alle Vorschulen in entfernteren Teilen Haitis sich qualitativ einwandfrei entwickelt haben, dass die meisten jedoch weiter wachsen. In den letzten Jahren sind zwar auch neue Projekt-Vorschulen eröffnet worden, aber noch relevanter erscheint die Tatsache, dass die Vorschulen, zu denen auch in schwierigen Zeiten regelmäßig Kontakt besteht, jeweils stark gewachsen sind. Immer mehr Kinder müssen aufgenommen werden. Daraus folgte und folgt wohl auch weiterhin ein ständig wachsender Bedarf an neu ausgebildeten Lehrer(innen). Dies zu leisten hat sich zur Hauptaufgabe unserer haitianischen Partner und Partnerinnen entwickelt.

Neue Handbücher für die Montessori Vorschul-LehrerInnen-Ausbildung.
Im Jahr 2007 wurden zwei von Carol Guy-James Barratt verfasste Manuals für die Montessori Vorschul-Lehrer(innen)-Ausbildung von der Peter Hesse Stiftung herausgegeben: In Französisch - speziell (aber nicht nur) für Haiti - "Atelier Montessori" ISBN 978-3-9811650 sowie in Englisch "Montessori Workshop" ISBN 978-3-9811650-1-2. Beide Bücher werden - neben der Verwendung in unseren Projekten - zum Preis von je EURO 59,- von der Fa. Nienhuis Montessori, Industriepark 14, NL-7021, BL Zelhem, Holland, vertrieben. E-mail: info@nienhuis.nl - www.nienhuis.com. Näheres zu den Büchern s. englische bzw. französische Sektion unserer Homepage.

Zur Situation der LehrerInnen in Haiti.
Die Montessori-Vorschullehrer(innen)-Ausbildung in Haiti hat Schwachstellen des dortigen Bildungswesens deutlich gezeigt: Die selbst in der "Nachplapper"-Tradition aufgewachsenen Lehrer haben kaum gelernt, selbständig zu lernen und zu recherchieren, um ihre Lerninhalte und Lehrmethoden den Bedürfnissen ihres Landes und seiner Schüler in der heutigen Zeit anzupassen. Insbesondere das Arbeiten mit gedrucktem Material - gleich welcher Art - wird kaum beherrscht. Allenfalls abschreiben und stur auswendig lernen werden gepflegt. Dies ist nicht nur unsere "westliche" Meinung, sondern natürlich auch der winzigen, international gebildeten "Elite", soweit sie sich überhaupt mit Bildungsfragen in Haiti abgibt, bekannt. Nur fehlt dieser Pseudo-Elite der Antrieb, sich in ihrem eigenen Land zu engagieren.
Bei allem Respekt vor lokalen Traditionen kann globale menschliche Solidarität sich in solcher Lage nicht vornehm zurückhalten. Im Interesse einer menschenwürdigen, eigenständigen Entwicklung der Menschen in Haiti muss das Bildungswesen qualitativ besser werden. Wie schon in den Montessori-Vorschul-Projekten unserer dortigen Fondation-Peter-Hesse demonstriert, ist qualitative Verbesserung modellhaft möglich. Ohne zunächst darüber zu reden, wird durch praktische Demonstration auch der haitianischen Bevölkerung bewusst, dass qualitative Veränderung möglich und sinnvoll ist. Darum würden wir unserer Montessori-Vorschullehrer-Ausbildung gern ein bescheidenes "Didaktik-Zentrum" angliedern.
Wir wollen damit demonstrieren, dass Lernen und Lehren qualitativ wesentlich verbessert werden können - zum Nutzen der Menschen. In einer hoffentlich sich verfestigenden Demokratie werden solche Modell-Bemühungen auf fruchtbaren Boden fallen. Davon sind wir überzeugt. Dafür lohnt sich das Engagement. Es wird jedoch von der weiteren politischen und sozialen Entwicklung Haitis abhängen, ob und inwieweit wir dort unsere vor Ort gewonnenen Erkenntnisse auch wirklich umsetzen können. Menschen durch SINNvolle gute Bildung die Startchancen für ein erfülltes, glücklicheres Leben zu verbessern, ist und bleibt jedoch die Vision unserer Arbeit in Haiti.
Die weitere Entwicklung unseres CENTRE MONTESSORI D'HAITI nach der Unterbrechung durch das Januar Erdbeben 2010 wird in Liancourt (Nähe St. Marc), Haiti, neu beginnen – s. hierzu Aufbau nach dem Erdbeben und die jeweils neuen Fotos in dieser Homepage.

Haiti Montessori-Vision – Zwei Wochen nach dem Erdbeben vom 10. Januar 2010

Da eine eigenständige Entwicklung eines Landes wie Haiti nur mit selbstbewusst denkenden und sinnvoll handelnden Menschen möglich erscheint, kann und darf es in Haiti nicht dabei bleiben, dass Kinder - wenn sie überhaupt zur Schule gehen können - nur Texte auswendig lernen. Diese "Nachplapper-Didaktik" ist in Haiti eine weitestgehend erhaltene, schlechte Tradition. Ein Neuanfang nach dem verheerenden Erdbeben vom 12./13. Januar muss Menschen in den Mittelpunkt eines zu erneuernden Bildungssystems stellen. Da alle alten, vorhandenen Strukturen buchstäblich in sich zusammengefallen sind, ist dies prinzipiell möglich geworden.
Da jeder Mensch von Natur aus früh im Leben lernt, wenn auch mit unterschiedlicher Geschwindigkeit und mit vielschichtigen Grundbegabungen, muss sich das zu erneuernde haitianische Bildungssystem diesen unterschiedlichen Menschen anpassen. Das leistet die Montessori-Didaktik auf Basis der Montessori-Philosophie vom Wert eines jeden Menschen. Das konnte in Haiti insbesondere durch die Montessori-Vorschul-Initiative der Peter-Hesse-Stiftung, bzw. durch deren Tochter-Organisation in Haiti, "Fondation-Peter-Hesse" in den vergangenen über zwanzig Jahren überzeugend bewiesen werden.
Gute Montessori-Vorschulbildung ist auch unter einfachsten Rahmenbedingungen erfolgreich - und speziell für bisher benachteiligte Bevölkerungsgruppen nötig, wenn ein Land sich "von unten" auf breiter Basis eigenständig entwickeln will – und nur "Entwicklung von unten" ist nachhaltig – s. hierzu mein Buch "VISION WORKS…" unter Publications.
Davon bin ich nach einem intensiven Lernprozess in der Praxis fest überzeugt.
Das ist die Basis der konkreten Vision von einem Neubeginn im Bildungswesen von Haiti. Letztlich darf dies nicht mit dem Schulalter von sechs zu Ende sein, sondern muss in einer entsprechenden Primarbildung seine Fortsetzung finden. Das wünschen auch Haitis Eltern.

Daraus ergibt sich eine Vision in zwei Stufen:
1. Breitestmögliche Montessori Vorschulbildung und
2. Aufbau einer Montessori Primarschulbildung.

Das erfordert größeren Einsatz als es von einer "Nicht-Regierungs-Organisationen (NRO)" wie der kleinen Peter-Hesse-Stiftung alleine geleistet werden kann. Aber möglich ist die Realisierung einer derartigen Vision - wenn die sich neu entwickelnden staatlichen Strukturen von den Erfolgsmöglichkeiten solcher Entwicklung überzeugt werden können.
Es darf in einer sich friedlich und gerecht zu entwickelnden Welt nicht zugelassen werden, dass Menschen gute Bildungschancen versagt bleiben, um billige Arbeitskräfte zu sichern. Eine qualifizierte menschliche Entwicklung nur "Eliten" zukommen zu lassen, führt zur Verfestigung von unwürdigen Verhältnissen und zu sozialen Verwerfungen. Dass es diesbezüglich Interessen mächtiger Minderheiten gibt, ist traurige Realität, die öffentlich bewusst zu machen und anzuprangern ist. Gleichzeitig muss die Vision einer guten breiten Grundbildung, wie sie Montessori ermöglicht, mit Nachdruck realisiert werden.
Kurzfristig planen wir, die durch Verlust ihrer Vorschulen arbeitslos gewordenen LehrerInnen in einer unserer ländlichen Vorschulen in einem einfachen Neubau aufzunehmen und dort von unserer Montessori-Direktrice Carol Guy-James Barratt weiterzubilden. Diese Lehrkräfte werden das Rückgrat des Montessori Neuanfangs in Haiti bilden. Ein weiterer Ausbau wird wesentlich von unseren finanziellen Möglichkeiten abhängen. Er ist jedoch real möglich.
Peter Hesse - 27. Januar 2010
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