Der Grund für die Gründung der Peter-Hesse-Stiftung war die Schwierigkeit, genügend gleichgesinnte Freunde an ein dauerhaftes Engagement in Form eine einzutragenden Vereins zu binden.
Anlässlich eines musikalischen Weihnachtsurlaubs, den ich wegen meiner damaligen Lieblingsmusik, "Cadence" 1980 in Haiti verbrachte, erhielt ich am 1. Januar 1981 einen ersten Einblick in die erschütternde Armut in Haiti – speziell der Kinder. In meinem 18 Jahre später erschienen Buch "Von der Vision zur Wirklichkeit" – s. unter "Veröffentlichungen" und kurz hier. (Seite 35 und 2/3 Seite 36 aus diesem Buch als PDF) ist dieses erste Schlüsselerlebnis geschildert.

Noch ohne tiefer gehende innere Wandlung fühlte ich damals die Notwendigkeit, die Situation der Kinder so weit wie möglich zu verbessern. Nach zwei weiteren Haiti-Reisen und dem Versuch, konkret zu helfen, musste ich erkennen, dass "Hilfe" zunächst eigenes Lernen erfordert – und auch eine dauerhafte Struktur. Für einen Verein fehlten die gleichgesinnten Freunde, aber dann empfahl mir ein Bekannter die Gründung einer Stiftung. Mit einem Stiftungskapital von DM 100.000,- sei dies möglich – aber DM 200.000,- wären besser. Die Gründung erforderte 9 Monate. Am 7. Dezember 1983 wurde die Peter-Hesse-Stiftung schließlich als "Allgemeine selbständige Stiftung" vom Innenminister des Landes NRW genehmigt. Inzwischen (2008) ist sie auf eine Million Euro gewachsen.

Nach anfänglichem Lernprozess und der Entwicklung von Leitlinien für die Arbeit konzentrierte sich die Stiftungsarbeit zunächst auf Kurzseminare in einfachem Projektmanagement sowie auf die Öffnung von finanziellen Engpässen in zumeist ländlichen Selbsthilfeinitiativen. Ab 1986 verlagerte sich der Schwerpunkt auf die Ausbildung von Montessori-Vorschullehrer(innen) und die Eröffnung von zumeist ländlichen Vorschulen für benachteiligte Kinder. Die fachliche Leitung dieses Montessori-Projekts lag in den Händen der in London ausgebildeten Montessori-Directrice Carol Guy-James Barratt aus Trinidad, bis haitianische Lehrerinnen von ihr soweit befähigt waren, die Ausbildung in eigener haitianischer Regie weiterzuführen.- s. auch Montessori Projekt – der Beginn unter Unsere Montessori Projekte.


Professor Dr. Winfried Pinger, ex CDU-MdB und früherer langjähriger entwicklungspolitischer Sprecher der CDU Bundestagsfraktion und - von 1982 bis 1998 - Vorsitzender der Arbeitsgruppe Entwicklungspolitische Zusammenarbeit der CDU/CSU Bundestagsfraktion. Zum 15. Geburtstag der Stiftung schrieb Professor Dr. Winfried Pinger ein Grußwort:

Die Stiftung hat mit großem Erfolg auf einem der wichtigsten Felder der Entwicklungspolitik gearbeitet. Sie kann das Vorbild für gleiche Projekte in anderen Ländern sein. Die Bildungsförderung ist neben Armutsbekämpfung und Umweltschutz eine der drei Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Dabei gilt es in erster Linie, die schöpferischen Kräfte der Menschen zu stärken. Wenn diese schöpferischen Kräfte bereits in jungen Jahren zur Entfaltung kommen, so geht später eine wertvolle Saat auf; die Menschen sind in der Lage, ihre Probleme besser zu lösen. Die Peter-Hesse-Stiftung leistet daher in vorbildlicher Weise Investitionen in die Zukunft. Indem sie dies in professioneller Weise nach dem bewährten Montessori-Prinzip verwirklicht, leistet sie beste Arbeit.In diesem Sinne wünsche ich der Peter-Hesse-Stiftung für die neue Phase der nächsten 15 Jahre viel Erfolg.

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