Zum Zweck der Peter-Hesse-Stiftung.

Das Kernanliegen der Stiftung bleibt, wie in § 2, Abs. 2 der Stiftungssatzung festgelegt, "...Kindern eine kindzentrierte. früh beginnende Grundbildung zu vermitteln, die lebenslanges Lernen ermöglicht." Dieser Kernzweck wird seit 1986 durch die Ausbildung von Montessori Vorschullehrer(inne)n in Haiti und (seit 2008 auch) in Afrika erfolgreich erfüllt.

Ergänzend enthält der Satzungszweck die Peter-Hesse-Stiftung Gesellschaftspolitisches Engagement als konkrete Vision: "Zweck der Stiftung ist die Förderung der Entwicklung einer gerechten, friedvollen und lernenden Welt in Vielfalt." Dieser globale Zweck wird in der dritten Themengruppe unserer Website dokumentiert. Dazu gehört nun auch die Vermittlung der in einem langen Arbeitsleben des Stiftungsgründers dankbar gewonnenen Erkenntnisse zur sinnvollen Gestaltung unseres Zusammenlebens in der Welt durch "Management im Wandel" - ergänzt durch "Geistige Führung" - s. unten und hier:

Das Konzept „Management im Wandel“ ist ein Basis-Baustein für situativ angepasste Vorträge und (Kurz-)Seminare aller Art. Eine Seite PDF.

Thematische Abfolge der Projektion von Abbildungen zu „Management im Wandel“


Stiftungs-Policy - Leitlinien für die Arbeit

Warum eine dauerhafte Struktur? - Warum Leitlinien? Der Hauptgrund: Ich wollte die 1981 in Haiti begonnene Hilfsprojekte langfristig finanziell absichern - auch über die eigene Arbeits- und Lebenszeit hinaus.
Außerdem eine emotionale und qualitative Begründung - insbesondere der Leitlinien:

Jeder Mensch stellt sich wohl gelegentlich Fragen nach dem Sinn des Lebens.
Lernen, um zu wachsen, sowie das Erlernte zu tun, erscheint mir (ein) Sinn des Lebens zu sein. Effektive, wirksame Hilfe zur Selbsthilfe, den Menschen und insbesondere den Kindern und Jugendlichen gegeben, denen es unverschuldet besonders schlecht geht, erscheint mir als einer der notwendigen Wege - wobei der eigene Lebensstandard darunter nicht leidet. Zudem befriedigt oder macht sogar Freude, was wirksam getan werden kann - professionell und mit bestmöglichem Ergebnis - hier: mit höchstmöglichem Nutzen für die Betroffenen. Die Befriedigung oder Freude kommt für mich dabei kaum aus der bisweilen frustrierenden Projektarbeit selbst, sondern aus dem Bewusstsein, nach bestem Können und Wissen zu versuchen, qualitativ "richtige" Hilfe zu entwickeln, zu praktizieren, daraus allgemein gültige Regeln abzuleiten und diese - soweit wie möglich und nach zusätzlicher fachlicher Absicherung - auch in die Politik einzuführen. Ich sehe die konkrete Hilfe auch vor allem als Lernprozess für die Politik - und für die eigene Seele.
Die Policy soll Leitfaden für die Arbeit sein. Hier das Ergebnis dieses Lernprozesses:

  1. Die Stiftung soll den Ärmsten der Armen helfen, sich bei der Lösung ihrer Entwicklungsprobleme selbst zu helfen.
  2. Ganzheitlich auch geistig-seelische sowie politische, soziale, ökonomische und technologische Entwicklung muss von den Menschen selbst ausgehen, von ihnen gewollt und getragen werden.
  3. Fähigkeiten und Möglichkeiten zur Selbsthilfe sowie zur Nächstenhilfe sind gleichermaßen zu stärken.
  4. Hilfe zur Selbsthilfe ist - gemäß Subsidiaritätsprinzips - möglichst direkt an die jeweils kleinstmöglichen organisatorischen Einheiten zu richten sowie an die örtlichen Träger und Verantwortlichen von (insbesondere gemeinnützigen) Initiativen.
  5. Entwicklungsziele dürfen nicht ohne letztlich entscheidende Mitwirkung der Betroffenen aufgestellt und verfolgt werden.
  6. Die lokalen Partner sind vorrangig für die Problemlösungsplanung und ?durchführung verantwortlich. Problemlösungswege der lokalen Partner haben Vorrang vor Problemlösungswegen der Helfer. Um pseudomoderne Irrwege zu vermeiden, sind Problemlösungswege jedoch ständig im Dialog zu überprüfen.
  7. Würde, Werte und Kultur der Menschen sind bei allen Hilfeleistungen zu achten. Ihre religiösen, geistigen und zwischenmenschlichen Beziehungen sowie ihre Sozialstrukturen müssen respektiert werden.
  8. Aus unserer Sicht logisch und rational richtige Hilfe kann falsch sein. Logik und Ratio haben nur Hilfsfunktionen, solange und soweit religiös-geistige und kulturelle Werte der Betroffenen nicht gefährdet werden.
  9. Falls traditionelle Werte wegen sich wandelnder Rahmenbedingungen einer harmonischen Entwicklung zum Wohle der Menschen entgegenstehen, darf auf die Einstellungen der Menschen nur behutsam und verantwortungsbewusst eingewirkt werden. Es muss Rücksicht darauf genommen werden, dass sich Einstellungen von Menschen nur langsam verändern.
  10. Hilfe für einzelne Menschen oder Gruppen muss in einer Weise gegeben sein, die soziale Ungerechtigkeiten gegenüber nicht geförderten Personen in deren sozialem Umfeld so gering wie möglich hält.
  11. Hilfe sollte nur dort gegeben werden, wo der oder die Verantwortliche(n) persönlich zuverlässig und ehrlich engagiert sind, eigenen persönlichen Aufwand nur im angemessenen Rahmen betreiben und über ein Minimum an Problemlösungsfähigkeiten im Rahmen des jeweiligen Wertsystems verfügen.
  12. Der Förderungsempfänger im Entwicklungsland muss mindestens eigenes Engagement und - wenn möglich - eine angemessene Eigenbeteiligung einbringen.
  13. Jede Hilfe muss zeitlich befristet sein, d.h. sie muss zu einem absehbaren Zeitpunkt entfallen können. Die Eigenfinanzierungskraft der Empfänger muss gezielt gefördert werden.
  14. Alle Maßnahmen und deren Folgen müssen über den Zeitraum der Förderung hinweg durchdacht werden.
  15. Alle nicht einmaligen Maßnahmen müssen von den Betroffenen selbst oder von einheimischen Organisationen weiterführbar sein.
  16. Eingesetzte Technologie muss den derzeitigen sowie den absehbar zukünftigen Fähigkeiten und Möglichkeiten der Betroffenen zur Nutzung und Wartung dieser Technologie sowie deren verfügbaren und erschließbaren Energiequellen angepasst sein.
  17. Wo Entwicklungsziele (auch) Bildungsziele enthalten, hat die Vermittlung von Fähigkeiten zur Lösung realer Probleme Vorrang vor reiner Wissensvermittlung.
  18. Es muss darauf geachtet werden, dass die bei der Problemlösung gemachten Erfahrungen weitergegeben und zur Lösung vergleichbarer Probleme genutzt werden können.
  19. Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Stiftungsarbeit sind zur Bewusstseinsbildung in EINEr Welt zu nutzen:
  20. Ländliche Hilfe hat im Zweifelsfall Vorrang vor Hilfe in der Stadt
  21. Um Doppelbetreuung zu vermeiden und die Mittel so rationell wie möglich einzusetzen, stimmt sich die Stiftung mit anderen vor Ort tätigen Trägern ab.
  22. Alle für den Stiftungszweck eingebrachten Mittel fließen ungekürzt zu 100 % in die Stiftungsprojekte.
  23. Alle Personal- und Verwaltungskosten sowie die Projekt-Betreuungskosten müssen so niedrig wie möglich gehalten werden.
  24. Dem zweiten Stiftungszweck, der "Förderung von Toleranz und Völkerverständigung zwischen den Menschen in den Entwicklungsländern und in Europa, insbesondere auf kulturellem Gebiet", dürfen Stiftungsmittel nur dann zufließen, wenn sie von den Spendern ausdrücklich für diesen Zweck bestimmt werden.

Zur Projektförderung durch die Peter-Hesse-Stiftung:
In den ersten Jahren nach der Stiftungsgründung wurden in Haiti unterschiedliche Kleinprojekte für notleidende Kinder gefördert. Seit Beginn der jeweils einjährigen Ausbildung von Montessori Lehrerinnen und Lehrern im Jahr 1986 werden dort jedoch nur noch Montessori-Vorschulprojekte nach dem Grundsatz der Hilfe zur Selbsthilfe in jeweils angepasster Weise gefördert. Dies erfordert bisher alle verfügbaren Mittel. Darum ist eine über dieses Kernengagement in Haiti hinausgehende Förderung anderer Projekte bisher leider nicht möglich. Mit der Fertigstellung des Montessori-Lehrer-Handbuches "Atelier Montessori" im Jahr 2007 ist eine durch die knappen Mittel begrenzte Mitförderung entsprechender Montessori-Vorschul-Projekte in den frankophonen Ländern Afrikas angestrebt. Nach Fertigstellung einer englischen Version dieses Lehrbuches soll dieses Engagement nach Möglichkeit auch auf anglophone Länder, insbesondere in Afrika, ausgeweitet werden. Zur Nutzung der in Haiti gemachten Erfahrungen und speziell des Handbuches für die Lehrer-Ausbildung sucht die Peter-Hesse-Stiftung nach geeigneten - finanzkräftigeren - Partnern, speziell in Afrika.

Zur Förderung der Montessori-Lehrerinnen-Ausbildung und Vorschul-Gründung in Haiti:
Studien-BewerberInnen um kostenlose Studienplätze müssen ihre Motivation, dauerhaft in Vorschulklassen für arme Kinder zu arbeiten, glaubhaft durch bisheriges Engagement nachweisen und von einem seriösen Vorschulträger, meist einer kirchlichen oder kommunalen Gruppe, schriftlich empfohlen werden. Wir schließen dann - bei ausreichender intellektueller Eignung - mit den BewerberInnen und mit deren Entsendergruppen einen schriftlichen Vertrag, der z.B. besagt, dass Diplome erst nach einem Jahr Tätigkeit in der jeweiligen Montessori-Vorschule ausgehändigt werden. Der Vertrag kommt auch nur dann zustande, wenn gesichert erscheint, dass die Trägergruppe dann tatsächlich eine Vorschule oder Vorschul-Klasse für arme Kinder eröffnet.

Finanzielle Zuwendungen an die Trägergruppe werden jeweils individuell - je nach Bedürftigkeit - vereinbart, nie jedoch ohne zumutbare Eigenleistung. Als Faustregel gilt die Übernahme der halben Sachkosten, z. B. in Form von Baumaterial und/oder Holz für die einfache Klassenmöblierung. Festbestandteil unserer Hilfe ist neben der freien Ausbildung nur das Montessori-Lehrmaterial.

Hilfe zur Selbsthilfe außerhalb des Schulprogramms:
Nur um Engpässe in engagierten Selbsthilfe-Initiativen zu beseitigen und bei bewiesener Eigenleistung bleiben wir zusätzlich hilfsbereit.

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