Werte- und Ziel-Gerüst der Peter-Hesse-Stiftung
Das Ganze - alles - wächst qualitativ durch Lernen in EINEr Welt in Vielfalt - sowie durch "compassion and action" zu einer Welt in Balance.

Im Bewusstsein, dass alles über den innersten Kern allen Seins, einem alles umfassenden GEIST, miteinander verbunden ist, stehen wir Menschen vor der Aufgabe, ein Gleichgewicht zu gestalten, das
1.- die gewachsene und sich weiter entwickelnde Basis allen Seins, die Natur (Biosphäre) schützt und erhält;
2.- ein friedliches, liebevolles MITEINANDER der Menschen in Sozialstrukturen ermöglicht, die von der "Goldenen Regel" geprägt sind;
3.- die materiellen Früchte menschlichen Forschens und kreativen Arbeitens in diesem MITEINANDER in einer offenen, fairen und zugleich effizienten Weise allen Menschen - entsprechend ihrem Engagement - zukommen lässt. Dies bedingt einen globalen Markt, der jedoch durch die Korrekturfaktoren 1. + 2. zwingend begrenzt ist – also eine globale "Öko-soziale Marktwirtschaft.

Voraussetzungen für die aktive Mitgestaltung eines Gleichgewichts zwischen den 3 Faktoren sind ein globales oder gar kosmisches Bewusstsein (eine Bewusstheit) sowie die Möglichkeit zum Erwerb der für die aktive Teilnahme am Gesamtsystem erforderlichen Fähigkeiten.
Solche Fähigkeiten wachsen unter dem Einfluss elterlicher Liebe und bewusster, frühkindlicher Förderung sowie anschließender guter Grundbildung, welche die unterschiedlichen Anlagen der Menschen erkennt und individuell unterstützt.

Aufgaben der Gemeinschaft sind die Schaffung eines sicheren rechtlichen Rahmens und die Gewährung der Startchancen für die individuelle Entwicklung aller Menschen im Rahmen ihrer jeweiligen, sich weiter entwickelnden Kultur.
Die Gesamtverantwortung der Gesellschaft für die Lebensgestaltung und für den damit verbundenen "Erfolg" des Einzelnen endet mit dem Alter des Menschen, in dem er seine frühzeitig erworbenen Fähigkeiten im Rahmen der gesellschaftlichen Strukturen eigenständig nutzen und lebenslang weiter entwickeln kann – also nach einer hochwertigen Grundbildung.
Eine solidarische Gesamtverantwortung für ein menschenwürdiges Leben bleibt jedoch gegenüber all den Menschen bestehen, die unverschuldet, z. B. durch Krankheit oder sonstiges Schicksal, keine Fähigkeiten erwerben können, die sie zu eigenständiger Lebensführung befähigen.
In welchem Ausmaß eine Grundsicherung des Alters und der Gesundheit von der Allgemeinheit zu organisieren und zu finanzieren ist, hängt von einem demokratischen Entscheidungsprozess der jeweiligen (staatlichen) Gemeinschaft ab.

So lange allerdings noch keine der für eigenständige Entwicklung und Risikoabsicherung erforderlichen Rahmenbedingungen – insbesondere noch kein hochwertiges, allgemein zugängliches Früh- und Grundbildungssystem – gestaltet sind und Wirkung entfalten können, ist eine Synthese von individueller und globaler Solidarität für ein menschenwürdiges Leben aller Menschen unserer Einen Welt unverzichtbar.
Im Entwicklungs- und Gestaltungsprozess auf allen Ebenen sind Leitprinzipien und Verfahrens-Strategien bzw. Arbeits-Ziele relevant:

- TRANSPARENZ aller Ziele, Pläne und Aktivitäten,
- SUBSIDIARITÄT - d. h. Vorrang der kleinstmöglichen Einheit,
- TEILNAHME aller derer, die sich oder ihre Gemeinschaft entwickeln wollen,
- EIGNERSCHAFT (ownership) all derer, die sich selbst entwickeln wollen,
- DAUERHAFTIGKEIT aller Maßnahmen zur Erhaltung der Natur und der kulturellen Werte in all ihrer Vielfalt - soweit diese nicht den allgemeinen Menschenrechten widersprechen,
- ERMÄCHTIGUNG (empowerment) aller, die keine Macht haben,
- KAPAZITÄTSENTWICKLUNG aller Selbsthilfe-Strukturen.

Kernergebnis eines dreißigjährigen Lernprozesses in der Entwicklung-Zusammenarbeit: Niemand, nichts, kann entwickelt werden. Alles muss sich von innen und "unten" nach außen und "oben" entwickeln. Entwicklung gehört den sich Entwickelnden (s. ownership-Prinzip). Dem widerspricht nicht die ergänzende Notwendigkeit: "Eine Treppe muss von oben nach unten gereinigt werden."
Politischer Leitgedanke: Damit die Menschheit in Frieden überleben kann, müssen wir zunächst ein globales – oder gar kosmisches – Bewusstsein für Einheit in Vielfalt entwickeln und dann eine legal verbindliche, durchsetzbare faire und beständige globale Ordnung fördern – für eine Welt in Balance im Geiste einer tätigen Liebe (compassion) und Solidarität.
Peter Hesse - April 2010
Download als pdf

nach oben